Gesetzliche Verordnungen

Altauto-Verordnung (End Of Live – Vehicle; EOL-V)

  • Durch die EU-Richtlinie 2000/53/EG (in deutsches Recht umgesetzt als “Altauto-Verordnung”; “End Of Live – Vehicle (EOL-V)) mit Datum vom 18. September 2000 wird neben Blei (Pb) Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg) auch die Verwendung von sechswertigem Chrom (Cr(VI)) in Kraftfahrzeugen bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht untersagt
  • Hintergrund zur EOL-V und Ziele der EU-Kommission:
    • Vermeidung der genannten Schwermetalle im Schredderabfall und auf Deponien
    • Schutz für alle im Lebenslauf eines Fahrzeuges und bei seiner Behandlung als Altfahrzeug beteiligten Personen
  • Gültigkeit: ab 01.07.2003 in Verkehr gebrachte Fahrzeuge dürfen die oben angeführten Werkstoffe nicht mehr enthalten. Ausnahmen regelt der Anhang II der Altauto-Verordnung (Nummer 12, Buchstabe a): „Korrosionsschutzschichten bei zahlreichen Fahrzeugteilen (höchstens 2 Gramm)“
  • Die EOL-V Richtlinie wurde mit Datum 20.09.2005 durch den Rat der EU wie folgt geändert:
    • Die Verwendung von sechswertigem Chrom ist bis zum 01.07.2007 erlaubt (siehe Nr. 13a des Anhanges der Änderungsentscheidung): „Ausgenommene Werkstoffe: sechswertiges Chrom bei Korrosionsschutzschichten bis 01.07.2007“
    • Diese Ausnahme des Verwendungsverbotes von sechswertigem Chrom bei Korrosionsschutzschichten wird bei Schrauben und Muttern zur Befestigung von Teilen am Fahrzeuggestell bis zum 01.07.2008 ausgesetzt (siehe Nr. 13b)
    • Für beide o.g. Ausnahmen des Verwendungsverbotes besteht ein Konzentrationshöchstwert für sechswertiges Chrom von 0,1 Gewichtsprozent je homogenen Werkstoff (Hinweis: nicht für das gesamte Bauteil)

Elektro- und Elektronikschrott-Verordnung (RoHS bzw. WEEE)

  • Durch die EU-Richtlinien RoHS und WEEE (siehe Erläuterungen) wird u.a. die Anwendung von sechswertigem Chrom in der Elektro- und Elektronikindustrie verboten
  • Hintergrund zur RoHS/WEEE und Ziele der EU-Kommission:
    • Neben der Angleichung der Rechtsvorschriften in allen EU-Mitgliedsstaaten soll ein Beitrag zum Schutz der menschlichen Gesundheit geleistet werden
    • Blei (Pb), Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg), sechswertiges Chrom (Cr(VI)), polybromiertes Biphenyl (PBB) bzw. polybromierter Biphenylether (PBDE) gefährden die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Das von diesen gefährlichen Stoffen ausgehende Risiko kann am wirkungsvollsten durch deren Ersatz reduziert werden
    • Die Beschränkung der Verwendung dieser gefährlichen Stoffe wird zukünftig EU-weit durch ein Verwendungsverbot ersetzt
  • Geltungsbereich:
    • Die Richtlinie RoHS gilt für Elektro- und Elektronikgeräte (siehe Anhang IA der Richtlinie WEEE) der Kategorien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und elektrischer Glühlampen und Leuchten in Haushalten
    • Die Richtlinie RoHS gilt für Elektro- und Elektronikgeräte in den Kategorien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 10 (siehe Anhang IA der Richtlinie WEEE), die für ihren Betrieb auf Wechselstrom (max. 1000 Volt) bzw. Gleichstrom (max. 1500 Volt) ausgelegt sind
  • Kernaussage der Richtline RoHS (Artikel 4, Absatz 1):„Ab dem 01.07.2006 dürfen neu in Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronikgeräte kein Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom, polybromiertes Biphenyl bzw. polybromierten Biphenylether enthalten“
  • Kernaussagen der Richtlinie WEEE beziehen sich auf die Abfallwirtschaft, die Recyclingquote, die Finanzierung der Rücknahme von Elektro- und Elektronikschrottaltgeräten etc.
  • Der Anhang der RoHS-Richtline wurde am 18.08.2005 durch die EU-Kommission geändert, denn
    Zitat: „… eine vollständige Vermeidung dieser gefährlichen Stoffe ist derzeit nicht möglich“.

Konzentrationshöchstwerte der RoHS- und WEEE-Richtlinien

0,1 Gewichtsprozent für Blei, Quecksilber, sechswertiges Chrom, polybromiertes Biphenyl bzw. polybromierten Biphenylether je homogenen Werkstoff

0,01 Gewichtsprozent für Cadmium je homogenen Werkstoff

Erläuterungen

RoHS – Restriction of Hazardous Substances = EU-Richtlinie 2002/95/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 21.07.2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten

WEEE – Waste Electrical and Electronic Equipment = EU-Richtlinie 2002/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21.07.2003 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (kurz EEAG). Die WEEE wurde als Elektro- und Elektronikschrottverordnung in deutsches Recht umgesetzt.

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